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Berichte · Fliegenfischen im Chiemgau · 25. April 2013

Fliegenfischen: Saisonbeginn an der Deutschen Traun

Der erste Fischtag des Jahres zwischen Empfing und Panzerfurt: Schneewasser, zögerliche Forellen – und eine Fliege namens Missing Link.

Fliegenfischer watet im Frühjahr in der Deutschen Traun
Deutsche Traun Traditionell, Mitte April

Mitte April war es endlich so weit. Zum ersten Mal in dieser Saison wollten wir der Traun einen Besuch abstatten. Am Parkplatz in Empfing schwelgten wir noch in Erinnerungen an den letzten Fischtag der vorigen Saison – eine fantastische Herbstfischerei auf Äschen und Forellen inmitten einer traumhaften Kulisse. Dazwischen lag ein sehr ausdauernder Winter, der sich bis weit in den April hinzog.

Mit großen Erwartungen bereiteten wir unsere Fliegenruten vor und quälten uns in die kalten, starren Wathosen, die erst heute Morgen aus dem Winterschlaf geweckt worden waren. Traditionell werfen wir den ersten Blick von der Empfinger Brücke hinab ins Wasser – heute zeigte er einen etwas erhöhten Wasserstand. Schneewasser! Die Sicht war trotzdem ausgezeichnet, und am Smartphone war abzulesen, dass der Pegel rasch fiel und im Laufe des Vormittags wieder Normalniveau erreichen würde.

Gemütlich spazierten wir die Strecke am Wasser entlang abwärts. Vom Weg aus wandert der Blick immer wieder in die zahlreichen Kolke und Gumpen; einige gute Fische konnten wir sofort erkennen, doch die großen Forellen zeigten keinerlei Aktivität. Auch in der Luft war insektenmäßig wenig unterwegs. Wir gingen weiter Richtung Klobenstein, wo sich normalerweise die Prominenz der Traun-Forellen tummelt – und so war es auch heute: Einige Fische lagen weit über dem bayerischen Schonmaß. Der Bestand hatte den Winter offenbar gut überstanden.

Wir beschlossen, bis zur unteren Grenze der Strecke zu gehen und von dort aufwärts zu fischen. An der Panzerfurt angekommen, kramten wir in unseren Fliegenboxen – am Anfang der Saison noch gut gefüllt und sauber sortiert, was die Wahl in keiner Weise erleichterte. Mit Nymphen ausgerüstet wagten wir den ersten Wurf. Sehr gründlich ließen wir die Nymphen durch jede verdächtige Stelle treiben, doch die im Frühjahr oft sehr flach stehenden Fische zeigten keine Beißlaune. Eine gute Stunde später, an der Innenseite des Klobensteins, waren wir noch ohne Fangerfolg. Die Forellen standen vor uns und zeigten kein Interesse. Daran war nichts zu ändern, außer abzuwarten – also Brotzeit, etwas früher als geplant.

Das Bier schmeckte bei den mittlerweile angenehmen Temperaturen vorzüglich, vor allem zeigte sich nun die Sonne. Vermehrt konnten wir schlüpfende Eintagsfliegen über der Wasseroberfläche beobachten. Wir knüpften eine Trockenfliege ans Vorfach; meine Wahl fiel auf die „Missing Link“, die sich für mich zum absoluten Geheimtipp entwickelt hat – sie deckt einen großen Bereich der natürlichen Muster ab, auch eine Eintagsfliege. Noch bevor wir wieder bereit waren, sah ich den ersten zaghaften Ring im Kehrwasser. Die Fliege kam auf, der Fisch stieg und nahm ohne zu zögern. Kein kapitaler Fang, aber der Anfang war gemacht, und die Trägheit des Winters geriet rasch in Vergessenheit.

Gegen Nachmittag war der Höhepunkt der Aktivität erreicht: Überall nahmen die Fische gierig Nahrung von der Oberfläche. Wir konnten noch einige schöne Fänge mit der Trockenfliege machen, bis wir gegen Abend wieder am Parkplatz in Empfing ankamen. Die Sonne hatte in den Bergen ganze Arbeit geleistet – pünktlich um 18 Uhr stieg der Wasserstand sprunghaft an, und die Aktivität im Wasser sank auf den Nullpunkt. So endete unser erster Fischtag mit den typischen Hochs und Tiefs der Frühjahrsfischerei. Ich freue mich auf die beginnende Saison, auf den Mai, wenn die Schneeschmelze vorüber ist, und auf wunderbare Tage und Abende am Wasser, wenn die Fische oft den ganzen Tag fressen.

Text & Bilder: Florian Kania & Ralf Raacke

Zwei selbstgebundene Streamer-Fliegen liegen auf einer Kappe am Wasser

Tageskarten

Lieber selbst ans Wasser?

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